Wie kommst du jetzt auf Weltretten?

Hervorgehoben

Letzte Woche waren wir im Urlaub, ganz ökologisch mit der Bahn innerhalb Deutschlands in einer Ferienwohnung in einem kleinen Ort am Rhein. Zu der Zeit herrschten noch „nur“ 25°-28°C, jetzt gerade sehnt man sich in diese Kühle zurück.

(Damit der Artikel auch noch später verständlich ist: Wir schreiben das Jahr 2018, es ist Ende Juli, die Trockenheit nimmt kein Ende, Bauern haben Ernteeinbußen und es ist heiß! Meine eigene Definition von heiß beginnt schon bei 23°C im Schatten, der aktuelle Zustand ist also für ich kaum noch tragbar, die gestrige Tageshöchsttemperatur in meiner Stadt belief sich bei 34,6°C.)

Zurück zum eigentlichen Thema. Es war also so warm, dass wir die Nachmittage in unserem Urlaub drin vorm Fernseher verbracht haben und ab 17 Uhr noch mal raus gegangen sind. Unser Programm besteht eher aus den öffentlich Rechtlichen, also haben wir Dokus auf Phoenix geguckt. Dort lief eine ZDF Dokumentation aus der Serie „37°“: Zwei Bayern und 40000 Bienen in Portugal. Eine etwas längere Beschreibung der Doku (falls gerade keine halbe Stunde Zeit zum Anschauen ist) findet man bei Phoenix. So weit so gut.

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Quelle: ZDF/Michael Petsch

Dieses junge Paar hat sich ein Grundstück in Portugal gekauft, das völlig brach liegt, dieses wollen sie nun (Beginn 2015, letzter Stand der Doku Dezember 2017) ökologisch bewirtschaften und beleben. Nach dem Motto, wenn alle so leben würden, würde die Welt für unsere Enkel erhalten bleiben.

Das alles hat mich sehr beeindruckt und ich habe instant angefangen, darüber nachzudenken, dass man ja die Welt doch retten muss. Alleine kriegt sie das auf jeden Fall nicht hin, zumindest nicht mit Bewohner Mensch. Ich habe den Tag über viel auf mein Smartphone gestarrt und Weltretten gegoogelt (einige Ergebnisse werde ich noch präsentieren). Abends sagte ich dann zu meinem Mann: „Ich glaube, wir müssen mehr Weltretten.“ Die doch verständliche Entgegnung war: „Wie kommst du jetzt auf Weltretten?“ Die Antwort habe ich nun gegeben.

Und um mich gleich mal ein wenig bekannter zu machen und diese Doku zu verbreiten, kommt der Startbeitrag zu EiNaB!

Wochenrückblick #32

Es hat geregnet! Interessant ist ja, dass viele immer noch glauben, zum Klimawandel gehöre nur, dass es wärmer würde. Aber dass es letztes Jahr extreme Regenfälle in Deutschland gab und Hochwasser so weit das Auge reichte, gehört nun mal auch dazu. Ich war noch nie ein hitzeliebender Mensch (eigentlich auch kein wärmeliebender Mensch), aber die Alternative vom letzten Jahr sagt mir auch nicht sonderlich zu… (Wobei wir letztes Jahr glücklicherweise verschont geblieben sind.)

#32

Selber machen

Ich mache schon lange viel selbst, sei es Essen, Deko, Geschenke oder Kleidung. Bei mir kommt immer als erstes der Gedanke auf: Das musst du doch auch selber machen können… Allerdings ist das auch eine Zeitfrage. Und wenn man sich meinen letzten Blog ansieht, so ist vor zwei Jahren mit Schwangerschaft, Hochzeit, Umzug, Arbeit und nicht zuletzt Entbindung die Zeit doch sehr geschwunden. Ich habe immer noch viel selbst gemacht, ich würde zum Beispiel niemals Kuchen kaufen! Aber bei uns zu Hause wurde auch niemals Kuchen gekauft. Und chauvinistisch wie ich bin, entsetzt es mich tatsächlich, wenn in einem Haushalt, in dem die Frau nicht arbeitet, gekaufter Kuchen auf die Kaffeetafel kommt oder Tütenessen auf den Mittagstisch. Von meiner Ansicht darf jeder halten was er mag, ich weiß auch selbst, dass es da unterschiedliche Gründe für geben kann, die ich auch immer bereit bin zu hinterfragen und zu akzeptieren. Aber das ist nun mal meine erste innerliche Reaktion.

Zurück zum Thema. Gerade im Bereich Essen war ich eigentlich schon so weit, total viel selbst zu machen, aber dann fehlt mal die Zeit und wenn man von der Arbeit kommt oder acht Stunden ein Kind bespaßt hat, stellt man sich nicht unbedingt in die Küche, um Brot anzusetzen, dass man erst in zwei Tagen essen kann. Einige kennen das sicher. Aber ich gelobe Besserung! Mit ein bisschen Planung ist das eigentlich alles ganz einfach.
Einen Essensplan für die ganze Woche gibt es bei uns sowieso immer. Dabei muss ich mir ja eh Gedanken machen, wer wann zum Kochen und Essen zu Hause ist. Da lässt sich auch gut planen, wann es frisches Brot geben muss. Zur Not überbrücken wir auch gerne mal einen Tag mit Brötchen vom Bäcker 😉

Aber was habe ich denn nun selbst gemacht?

  • Kuchen 😀 Ich backe total gerne, eigentlich schon lange, und Kuchen gibt es sowieso einmal die Woche. Diese Woche gab es Brombeertarte, weil wir von einer Gartennachbarin Brombeeren geschenkt bekommen haben.
  • Brot. Sauerteigbrot backe ich schon lange, mal mehr mal weniger erfolgreich. Mein Sauerteig hat jetzt bestimmt zwei bis drei Monate einfach im Kühlschrank verweilt und dann hört man von Profis immer: Einmal in der Woche muss man den auf jeden Fall pflegen! Das hat bei mir noch nie funktioniert… Auf jeden Fall geht es ihm gut und er lebt und hat hervorragende Arbeit geleistet. Das Brotrezept hat mich allerdings sehr frustriert! Es hat total geklebt, der Teig war viel zu weich und ließ sich nicht ansatzweise formen! Ich habe dann alles in eine Kastenform geklatscht und so gebacken. Schmeckt super 🙂 20180808_Brot
    Mein Anstellgutrezept ist übrigens von Der Klang von Zuckerwatte. Zweimal musste ich das bisher machen, hat beide Male hervorragend funktioniert. Meine Mutter hat es bisher noch nicht geschafft, lebenden Sauerteig zu produzieren, aber man kann ihn ja teilen.
  • Camenbertcreme. Wir haben vor einer Weile im Supermarkt Camenbertcreme gekauft. Die war im Übrigen köstlich, aber natürlich in so einem Plastikschälchen. Auch da kommt mir sofort der Gedanke: Das muss man doch auch selber machen können! Vor allem wenn man sich die Zutatenliste ansieht. Eigentlich nur Camenbert, Butter, Sahne und Zusatzstoffe. 20180808_CamenbertcremeDas Internet macht es möglich und ein Rezept war schnell gefunden bei Mix dich glücklich. Ich hatte im ersten Versuch nur die Hälfte gemacht, das ist auch erst mal genug, man muss es ja auch essen! Eigentlich wollte ich im zweiten Durchlauf irgendwas modifizieren, Salz oder Kräuter oder was auch immer. Aber dann habe ich es einfach noch mal nach Rezept gemacht. Beide Male war es sehr lecker, für meinen Geschmack könnte aber Salz dran. Da #1 aber auch davon isst, ist weniger Salz auch gar nicht verkehrt. Für die Creme habe ich handelsüblichen Geramont gekauft, bei unserem Bio-Supermarkt bekommt man aber seinen Käse auch in mitgebrachte Gefäße, das ist dann der nächste Schritt.

Verändere dein Haus

Immer noch lese ich in dem Buch „Jetzt retten Wir die Welt“ und bin im Kapitel „Verändere dein Haus“ angekommen. Natürlich findet man immer irgendeine Kleinigkeit, dafür ist das Buch ja auch da, also irgendein Ding, das man doch noch ändern kann. Aber alles in allem kann mir das Buch da nichts erzählen, vor allem im Bereich Haushalt. Auf der Grafik zu Beginn des Kapitels sieht man die üblichen Energiespartipps, die hat meine Mutter uns schon indoktriniert als es den Begriff Energiespartipp noch gar nicht gab 😉

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Einzig die Sache mit dem Ökostrom, war vor ungefähr drei Jahren neu für mich. Da hatte ich einen Artikel zu dem Thema gelesen und Zahlen zur CO2-Bilanz von den jeweiligen Stromarten erfahren. Damals bin ich nahezu panisch zu meinem damals noch Freund gelaufen und habe gesagt, dass wir unbedingt Ökostrom bräuchten! Hatten wir schon längst. Da war ich also klimafreundliche unterwegs, ohne es zu wissen 🙂

Ein typischer Tipp zum einfachen Stromsparen ist, das Thermostat und den Warmwasserbereiter jeweils 1 Grad runter zu drehen. Beim Thermostat war das letzten Winter möglich, vorletzten Winter hatten wir den Neugeborenen #1, da war es zumindest in zwei Räumen immer muckelig warm. Diesen Winter haben neugeborenes #2, da werde ich auch nicht auf Heizung verzichten. (In unserer Wohnung wird es schnell sehr kalt, weil wir viele Außenwände haben und zwar im 1. Stock wohnen, aber keine beheizte Wohnung unter uns haben.) Beim Warmwasser versuche ich das immer, aber mein Mann merkt das sofort und dreht das während des Duschens noch wieder hoch. Aber zumindest für mich wird es immer etwas kälter. Und da ich jetzt gerade wieder auf die Sache mit dem Warmwasser gestoßen bin und es gerade Sommer ist, habe ich die Temperatur gleich noch ein Grad runter gestellt.

Geschenkverpackung

Meine Schwiegermutter hatte Geburtstag, da wird selbstverständlich was geschenkt und hübsch aussehen soll es auch noch. Insgesamt bin ich sehr kreativ, was Geschenke und die passende Verpackung angeht. Ich habe dieses Jahr auch schon selbstgemachte Sachen aus der Küche in wiederverwendbaren Gemüsenetzen verschenkt. Ich hoffe immer, die Leute verstehen den Wink mit dem Zaunpfahl. Aber für die einfachen Geschenke und die einfache Verpackung habe ich Packpapier (und noch ein paar Reste Geschenkpapier, die immer genutzt werden, wenn es passt).

20180812_Geschenkverpackung2Schwiegermutter hat ein Buch bekommen, gebraucht gekauft, da kenn ich ja nix! Verpackt in Packpapier und verziert mit ein paar Blumen und Unkraut. Wir haben seit kurzem einen Schrebergarten, dort wachsen trotz Trockenheit noch Pflanzen. Ich habe also vier Blumen abgeschnitten, etwas Kirschlorbeerbeeren und ein paar Gräser, die sich ihren Weg zwischen den Gehwegplatten bahnen. Mein Mann hat alles mit Zaunwinde zusammen gebunden, das blöde Zeug ist nicht wegzukriegen und kommt unendlich schnell wieder nach! Alles mit Strick am Buch festgebunden und wunderbar!

Ganz nachhaltig ist das natürlich auch noch nicht, weil ich den Insekten im Garten jetzt vier Blumen geklaut habe. Aber trotzdem besser als viele andere Verpackungsmöglichkeiten! Und Schwiegermutter hat das kleine Sträußchen sogar noch in eine Vase gestellt, also hat sie noch ein paar Tage was davon.

Jetzt noch zu EiNaB 🙂

Wochenrückblick #31

Pläne hatte ich viele und Ziele hatte ich große, für diese Woche. Aber man soll ja in kleinen Schritten voran gehen. Eigentlich war angedacht, in Sachen Müllvermeidung zumindest zu alten Standards zurück zu kehren. Auf dem Feld waren wir nämlich eine Zeit lang gar nicht schlecht. Aufschnitt komplett ohne Verpackung, Butter nur in Papier, Fastfood einfach nicht kaufen, Chips sowieso! Aber was haben wir denn diese Woche nun tatsächlich geschafft?

#31

to good to go

Wahrscheinlich haben die meisten schon davon gehört und wenn nicht, dann eben jetzt: toogoodtogo.de Das Ganze ist eine App, die Lebensmittelverschwendung verringern soll. Man kann bei verschiedenen Stellen, Bäcker, Restaurants, Kantinen nach der regulären Öffnungszeit Reste zu einem geringen Preis kaufen. Dafür muss es in der eigenen Stadt natürlich auch jemanden geben, der da mit macht. Ich hatte die App vor drei oder vier Jahren schon mal, da gab es nur einen Asiaten und der war so weit weg, dass es sich für mich einfach nicht gelohnt hat. Aber inzwischen hat sich das Bild geändert und das Angebot ist wirklich groß!too good to go

Wir nutzen das hin und wieder, vor allem einen Bäcker und ein Hotel, das nach seinem Frühstücksbuffet Reste verkauft. Dabei fühle ich mich gut. Das muss vielleicht erklärt werden. Dieses Frühstück ist ja nur für Gäste. Es ist also nicht so, dass ich meinen Einkauf in die Reste verlagere, anstatt tagsüber regulär dort einzukaufen. Es gibt nämlich auch einige Bioläden, bei denen man Glück hat, wenn man um 00:10 Uhr noch eine Portion ergattern kann. Aber das sind auch Läden, zu denen ich normalerweise nicht gehen würde. Und dann komme ich mir immer so geierhaft vor… Aber das muss natürlich jeder für sich entscheiden und auch wir kaufen ab und zu dort. Zum Beispiel wenn #1 nachts aufwacht und wie am Spieß schreit. Das ist häufiger der Fall, als mir lieb ist, und manchmal denke ich dann daran, auch einen Nutzen aus diesem Umstand zu ziehen.

DSC_0504Anfang der Woche waren wir also wieder in besagtem Hotel, ein sehr gutes Frühstücksbuffet, es gibt auch immer Kuchen! Aber dann steht man da, vor dem portionierten Frischkäse einzeln verpackt und überlegt, ob man den jetzt mitnehmen kann… Wir haben uns dafür entschieden. Und für Leberwurst. Der Frischkäse, einzeln verpackt, den dann wirklich niemand mehr mit nimmt, kommt einfach in den Restmüll. Das kann ja auch nicht Ziel sein! Wir essen viel Frischkäse und so wird der Müll wenigstens noch ordentlich getrennt.
Auf dem Bild lassen sich auch noch andere Baustellen unserer täglichen Brotmahlzeiten erkennen. Margarine, Kochschinken, Mayo, alles Sachen, auf die wir zur Zeit nicht verzichten (wollen). Die Mayo nutzt Freilandeier! Das gibt es sonst ohne bio überhaupt nicht, dafür zu Beginn in wirklich schönen Gläsern, die ich auch alle aufgehoben habe. Aber inzwischen gibt es die einfach nicht mehr!

Und noch was zu diesem Bild. Wer behauptet, er hätte überhaupt keinen Restmüll, der hat auch keine Kinder! Wir essen selbstverständlich die Reste von #1 auf. Aber nur das, was nicht schon 1- bis x-Mal durchgekaut oder wie hier reichlich in Flüssigkeit eingeweicht wurde. Und das ist nun mal kein Biomüll.

Lesen lesen lesen

4f6b6ed1-2a92-48d5-baf5-44528085d75b-1025-000000c90ec4323b_fileAnsonsten war vor allem Lesen angesagt. Hier das Inhaltsverzeichnis von „Jetzt retten wir die Welt“ von Ilona Koglin und Marek Rohde. Mit dem gelben Teil bin ich nun fast durch, das ist der Abschnitt „Verändere dich“. Dabei ist mir vor allem aufgefallen, dass ich 1. aus Sicht der Wirtschaft kein guter Konsument bin und 2. der Abschnitt über Essen (zusammen mit dem Abschnitt über Tiere im grünen Teil) der längste im Buch ist. Die Kapitel sind alle zwischen sieben und zehn Seiten lang, diese beiden Teile fassen jeweils zwölf Seiten. Aber man weiß es ja eigentlich schon aus dem Alltag, am Thema Essen kann sich so manch hitzige Diskussion entfachen!

In jedem Kapitel gibt es am Schluss die Mitmachen-Seite. Bisher habe ich davon noch nichts umgesetzt, allerdings werde ich das angehen, sobald das Wetter besser wird. Zur Zeit kämpfe ich doch eher damit, mich und meinen Bauch vom Bett zum Sofa und vor den Ventilator zu kugeln.

Zum Thema Konsum sei nur kurz etwas gesagt, irgendwann werde ich mich darüber länger auslassen. Gestartet ins Internet bin ich vor einigen Jahren mit dem Projekt des Selbermachens von allem möglichen, aber Nähen war mein Hauptthema. Vor zwei Jahren im April bin ich auf die Aktion „365 Tage ohne Kleiderkauf“ aufmerksam geworden. Als Nähbloggerin, die ich zu dem Zeitpunkt ja war, wollte ich da gerne mitmachen, in erster Linie, weil mir schon klar war, dass das keine wirkliche Herausforderung wird. Aber es war eine Aktion, die meinen Blick noch einmal schärfen konnte. Ich habe in diesem einen Jahr Kleidung gekauft, ich bin allerdings nicht ganz sicher, ob ich alles auch dokumentiert habe. Dazu möchte ich mich rechtfertigen 😉 eine Woche, nachdem ich damit begonnen habe, bin ich schwanger geworden, dementsprechend habe ich innerhalb dieses Jahres auch #1 bekommen. Trotzdem habe ich in erster Linie geliehen, geschenkt bekommen (mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass ich keine Kleidung für #1 geschenkt bekommen möchte) und ein wenig gebraucht gekauft. Schwangerschaft bringt Frauen ja zum Kaufen (auch darüber wollte ich bald mal einen Artikel schreiben), aber ich bin einfach schon immer ein schlechter Konsument.

Ab Donnerstag sollen die Temperaturen sinken! Dann geht es wieder mit größeren Schritten voran. So lange noch schnell zu EiNaB!

Was kann man tun?

Genau weiß ich das ja auch nicht… Aber ich hatte bereits erwähnt, dass ich zuerst mal Google zwecks Weltretten bemüht habe. Glücklicherweise gleich das Erste, auf das ich stieß, war ein Interview mit den Autoren von dem Buch „Und jetzt retten WIR die Welt“.

Das Interview fand ich sehr interessant und möchte natürlich auch das Buch lesen. Da steht mir nun meine ich-kaufe-keine-neuen-Bücher Philosophie im Weg, zumindest dem schnellen Kauf. Bei Ebay Kleinanzeigen gibt es das Buch gar nicht, bei booklooker ist es noch sehr teuer und bei rebuy gibt es das wieder nicht. Mein Mann schlug noch das Ebook vor (einen Ebook-Reader habe ich, gebraucht bekommen), aber auch das liegt nur geringfügig günstiger, als das Buch neu zu kaufen. Aber will ich nicht vielleicht auch die Autoren für ihre Mühe unterstützen? Immerhin haben die ja (hoffentlich) auch was davon, wenn ich ihr Buch kaufe. Das sind Probleme, denen man sich stellen muss, wenn man nicht gedankenlos konsumieren und immer neue Gegenstände in die Welt bringen will…
Aber wir leben ja in einer nicht allzu kleinen Stadt und tatsächlich gibt es das Buch in der Stadtbibliothek, ich war ganz begeistert, als ich letzte Woche auf die Idee gekommen bin. Gestern habe ich dann meine Bibliothekskarte für 24€ (!) aktiviert und das Buch ausgeliehen. Gelesen habe ich aber erst ein paar Seiten. Aber ich bin mir jetzt schon sicher, im Wochenrückblick wird sich einiges an Inhalt finden.

Also zurück zum Interview. Was ich mitgenommen habe, ist ganz eindeutig der Gedanke: Es geht nicht alles auf einmal und sofort. Wahrscheinlich braucht es einen „Masterplan Weltretten“, 63 Maßnahmen um die Welt zu retten, die man dann niemandem verrät, aber sie selbst total feiert. Dass nicht alles auf einmal geht, kenne ich schon aus der Müllvermeidung und damit kann ich auch leben. Ich bin gut darin, Probleme in Häppchen zu teilen, Prioritätenlisten zu erstellen und abends ins Bett zu gehen, auch wenn nicht alles erledigt werden konnte. Trotzdem ist es insgesamt noch mal eine gute Lehre, die ich auch weiter tragen will: Die Welt kann man nicht an einem Tag retten und wenn man an manchen Tagen mit dem Auto zum Weltretten fahren muss, ist das auch in Ordnung.

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Initiative jetztrettenwirdiewelt.de

Es gibt von den Autoren (Ilona Koglin und Marek Rohde) auch eine Initiative und eine passende Internetseite dazu: jetztrettenwirdiewelt.de. Dort kann man auch einiges erfahren, die Seite habe ich bei weitem noch nicht erschöpfend durchsucht.

Und da erfahre ich doch gerade in der Tagesschau, während ich nach Bildern für diesen Artikel suche, dass heute der Weltüberlastungstag ist, also so viele Ressourcen verbraucht wurden, wie innerhalb eines Jahres nachwachsen. Yippieh! Und direkt im Anschluss kann man auf dem Ersten einen Bericht über die fatalen Auswirkungen der Hitze sehen. Auf zu EiNaB!

Wochenrückblick #30

Was ist der Wochenrückblick?

Natürlich gibt es hier noch keine 30 Wochenrückblicke, aber wer im Büro arbeitet ist höchstwahrscheinlich mit der aktuellen Kalenderwoche vertraut. Und das sieht so einfach schöner aus als „Wochenrückblick #KW30“.

Der Wochenrückblick soll (absehbarerweise) wöchentlich stattfinden und die Möglichkeit bieten, Dinge noch einmal in Erinnerung zu rufen. Sich auch selbst zu zeigen: Das habe ich geschafft! Manchmal ist das natürlich weniger als in anderen Wochen, dann muss ich oder müssen wir etwas genauer hinschauen. Aber ich bin mir sicher, auch wenn es nicht immer bewusst geschieht, irgendetwas werden wir immer gemacht oder geschafft haben, um die Welt ein bisschen zu retten. So viel zur Erklärung, nun zu dieser Woche.

#30

vegetarisch

Wir haben diese Woche vegetarisch gelebt, aus zweierlei Gründen. Erstens waren wir letzte Woche im Urlaub, sind dort jeden Tag essen gegangen und es gab viel Fleisch. Zweitens ist Fleisch in der industriellen Massenherstellung eine Umweltsünde.
Dazu bedarf es aber noch einiger Erklärungen

  • Wir haben Fisch gegessen. Fisch ist wahrscheinlich ein ähnliches Problemprodukt wie Fleisch, ich habe mich aber noch nicht näher damit auseinander gesetzt. Bis dahin bin ich der Meinung, einmal in der Woche Fisch auf den Tisch bringen zu können.
  • Wir haben die Wurst, die noch offen im Kühlschrank war, aufgebraucht. Ich werde ja wegen einer vegetarischen Woche keine Lebensmittel wegschmeißen! Aber wir haben kein Fleisch gekauft und die noch geschlossene Wurst auch nicht angefangen.
  • Wir essen sowieso nur zwei- bis dreimal die Woche Fleisch.

Wir haben tatsächlich die Woche und das Wochenende davor vegetarisch gelebt, es hat also funktioniert. Mit Ausnahme von einer halben Geflügelfleischwurst und fünf Scheiben Lachsschinken, die eben am Wochenende vor #30 noch offen waren. Dadurch, dass ich schon seit ungefähr fünf Jahren darauf achte, dass zumindest in den Hauptmahlzeiten nicht so viel Fleisch gegessen wird, ist uns das nicht besonders schwer gefallen. Außerdem war der Fleischhunger durch die Woche davor gedeckt und das Wetter tat sein übriges zum Appetit. Aber unser Repertoire an vegetarischen Rezepten ist auch wahrlich groß genug.

Was mir schwerer gefallen ist, ist Wurst. Wir essen zweimal täglich Brot und da muss ja irgendwas drauf. Mein Mann isst sowieso mehr Käse und #1 isst am liebsten nur Käse. Ich esse auch Käse, aber für mich ist das alles Käse. Also esse ich sieben Tage, jeden Tag, zweimal am Tag, zwei Scheiben Brot, wo immer das Gleiche drauf ist… Da können jetzt Käseliebhaber aufschreien, das ist ja gar nicht so! Es gibt so viel verschiedenen Käse! Aber so empfinde ich das eben und darum geht es ja. Wir haben trotzdem einigermaßen Abwechslung hinbekommen, Camenbertcreme, Frischkäse, Käse am Stück und abends auch mal zusätzlich Salat, Gurkensalat, Couscoussalat, einfach Tomaten. Das hat mir auch geholfen.

Ob ein vollständiger vegetarischer Lebensstil wirklich besonders zuträglich für die Umwelt ist, sei erst mal dahin gestellt. Aber nach unserer Schnitzelurlaubswoche kann es auch nicht geschadet haben.

die Rezepte

Ich habe das Gefühl, Menschen, die sich mit Nachhaltigkeit beschäftigen, kochen auch selbst. Das ist natürlich ein Vorurteil, aber doch ein logisches. Man kann ja schlecht Nachhaltigkeit propagieren und dann nur Fertigessen kaufen und kochen. Zumindest ist das in meinem Kopf so. Von daher dachte ich, ist es vielleicht interessant zu wissen, was wir diese Woche so gekocht haben. Keins der Rezepte ist von mir selbst erdacht, aber ich kann mit diesem großen Internetz doch so gut umgehen, dass sich da einiges finden lässt. Keine Sorge, das soll kein Foodblog sein und es wird auch keine prima Rezeptebilder geben. Wenn wir kochen, dann essen wir auch und selten kann man davon ansehnliche Fotos machen 😉

Freitag (KW29): wir nennen ihn Nudelauflauf des Todes
Samstag (KW29): Karotten-Nudeln
Sonntag (KW29): Reste der letzten zwei Tage

Ein Foto soll es aber doch geben 😉 Die Karotten-Nudeln haben wir mit Karotten aus eigenem Balkonanbau gekocht. Darüber wird sicher noch berichtet werden.

Montag: Pizza mit selbstgemachter Sauce
Dienstag: Risotto aber mit Champignons und diesmal ohne Weißwein
Mittwoch: asiatisch scharfer Couscoussalat
Donnerstag: Pilzstrudel aber nicht vegan, sondern mit konventionellen Produkten
Freitag: Eier in Senfsauce, ganz ohne Rezept 😉
Samstag: Lachs auf Schwarzwurzeln, dieses Rezept ist nur die Grundlage, im Prinzip haben wir da alles geändert (Schwarzwurzeln aus dem Glas, nicht light, kein Frischkäse, Lachs), aber es ist eine gute Grundlage
Sonntag: Mac & Cheese, das Rezept haben wir heute zum ersten Mal gemacht, für unseren Geschmack kann da mehr Käse dran

Blog veröffentlicht

Außerdem habe ich diesen Blog angefangen. Das ist meiner Meinung nach auch ein Schritt Richtung Weltretten. Weil ich mich selbst etwas ansporne und weil ich es vielleicht schaffe, wenigstens noch einen weiteren Menschen zu erreichen und aufmerksam zu machen.

Damit schließe ich die Woche ab und bring das Ganze noch schnell zu EiNaB. Vielleicht bekommt ja jemand Appetit und Anregungen für die nächste Woche.

Spitzenplatz Verpackungsmüll

Es ist in der Zeitung und immer wieder in den Nachrichten. Nun auch in der Tagesschau, beste Sendezeit, aber eben auch nur Platz für zwei Sätze. Die Deutschen produzieren europaweit am Meisten Verpackungsmüll.

Ja und jetzt?

Ich hab das ja schon lange gewusst: Wir sind Spitze! Aber wieso eigentlich? Also die Frage meine ich ernst. Es geht um Verpackungsmüll. Das, was wir tagtäglich im Supermarkt kaufen. Das, wovon die Frau an der Frischetheke behauptet, sie dürfe es aus hygienischen Gründen nun mal nicht weglassen. Das, wovon die Industrie behauptet, wir wollten es ja so. In anderen Ländern gibt es davon weniger… Ja, aber wieso?

Die Erklärungen in der HAZ, aber auch in der Tagesschau, sind für mich nicht zufrieden stellend. Kleinere Haushalte, Singleportionen und der to-go-Lebensstil. Aber die konsumieren doch in den anderen Ländern nicht weniger? Also zumindest in Mitteleuropa sind doch die Lebensweisen sehr ähnlich… Ich denke da an Österreich, die Benelux-Staaten und Frankreich. Vielleicht sollte ich mal versuchen, den gesamten Bericht zu finden…

Aber auch wenn Plastik das ist, was immer so verteufelt wird, ist es natürlich nicht unser einziges Problem. Aluminium (größenteils in Getränkedosen) kann zwar sehr gut recycelt werden und wird es ja laut Artikel auch, dennoch ist der Energieverbrauch bei der Aluminiumherstellung enorm und darf sich ruhig Klimakiller auf die Fahne schreiben. Das vergessen viele. Weißblech, also die „normale“ Konservendose schmückt sich mit der größten Recyclingquote überhaupt. Aber laut Wikipedia haben wir es hier, ähnlich wie bei Plastik, nur mit einem Downcycling zu tun. Man kann also aus Konservendosen nicht wieder Konservendosen herstellen. Dann gibt es natürlich die hippen Upcyclingprojekte (ich selbst habe auch Dosen zur Aufbewahrung umgemodelt), aber dadurch zieht man ja die Dosen auch aus dem Verkehr. Auch wenn sie nur zu Industriestahl recycelt werden, sollte man sie ja trotzdem dem System wieder zuführen, damit nicht immer neuer Rohstoff verbraucht wird. Sinnvoller wäre es natürlich, gar keine Dosen zu kaufen. Aber manchmal sind Konserven so praktisch!

Nun gut, das waren nur ein paar Gedanken, die ich doch einmal los werden musste. Falls jemand Erklärungen hat, warum in Deutschland so viel mehr Verpackungsmüll produziert wird, ich würde mich über Informationen freuen!